Ich wende mich an Sie, weil meine jüngere Schwester Hilfe im Kampf gegen Leukämie
benötigt. Seit Anfang April 2006 ist sie am Institut für Hämatologie in Behandlung. Es
wurden vier Chemotherapiekurse hintereinander durchgeführt, weil eine
Knochenmarktransplantation schnellstmöglich erfolgen muss. Umso größer war die
Enttäuschung der Ärzte und unser Erschrecken, als sich herausgestellt hat, dass ich nicht
als Knochenmarkspender für Olga in Frage komme.
Nach all dem Leidensweg war dies für Olga ein neuer Schock: Die Transplantation wird nicht
stattfinden, solange nicht ein Donor gefunden wird. Die Suche nach dem Donor wird aber
erst gestartet, wenn unsere Familie 15 000 Euro dafür bezahlt hat. Nach der Entnahme
des Spenderknochenmarks werden wir weitere 2500 Euro aufbringen müssen, um den Transport
des Knochenmarks nach St. Petersburg zu bezahlen.
Ich bin ehemaliger Soldat, aus gesundheitlichen Gründen musste ich den Armeedienst
verlassen. Unsere Mutter ist Rentnerin, unser Vater ist vor vielen Jahren an Krebs
gestorben. Selbst nach mehreren Jahren mühsamer Arbeit würden wir den erforderlichen
Betrag nicht zusammenbekommen. Und die Operation muss dringend stattfinden.
Es gibt auf dieser Welt Millionen von Menschen, die bereit sind, ihr Blut zur Behandlung
unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Von ihnen allen wird nur einer als
Knochenmarkspender geeignet sein. Meine Schwester hat eine Chance, gesund zu werden, aber
um diese Chance zu nutzen, benötigt sie Ihre Hilfe. Bitte melden Sie sich, wenn Sie uns
helfen können, das notwendige Geld für die Donorsuche zu finden.
Wenn man zuerst die Diagnose "Krebs" erfährt, erleidet man einen Schock. Selbst wenn man
schon mehrere Monate in Krankenhäusern und Polikliniken wegen verschiedenster
Untersuchungen verbracht hat, aufmerksam auf den eigenen noch vor kurzem gesunden und
jetzt plötzlich erkrankten Körper horchend.
Der Selbsterhaltungstrieb zwingt den Menschen, bis zum letzten Tropfen Blut für sein
Leben zu kämpfen. Aber was passiert, wenn das eigene Blut zum Gift wird und das eigene
Leben gefährdet? Genau das passiert, wenn Leukämie diagnostiziert wird. Einige Zeit später
wird klar, dass es auch unter diesen Umständen Menschen gibt, die besser und solche,
die schlechter dran sind.
Meine Schwester, Olga Veselkova, hat Pech gehabt. Nicht einmal der Mensch, der ihr am
nächsten steht, kann ihr helfen. Ich kann meiner kleinen Schwester mein Knochenmark
nicht spenden. Im April dieses Jahres ist ihr Leben hinter den Krankenhauswänden
stehengeblieben. Dieser Monat ist zum Ausgangspunkt geworden, von dem aus das furchtbare
Zählen der quälenden Chemotherapiekurse, der endlosen Untersuchungen und der eintönigen,
grauen Tage beginnt. Nur selten sind diese Tage von Freude über gute Nachrichten erfüllt,
die übrige Zeit herrscht niederschmetternde Hilflosigkeit vor.
Doch selbst in dieser Situation hat es sich Olga niemals erlaubt, den Mut zu verlieren
und in Selbstmitleid zu versinken. Mit ihrem unverkennbaren Optimismus, mit ihrem
verwegenen Glauben an die Genesung hat sie sowohl uns, ihren Nächsten und Verwandten, als
auch denjenigen, die schicksalhaft aufgrund eigener Leiden in ihrer Nähe sind, immer wieder
Halt gegeben. Wochenlang hatte sie Fieber um die 40°C, manchmal sogar höher, aber sobald
das das Fieber sank, hat Olga wieder versucht, anderen Menschen zu helfen und tauchte in
ihre Probleme ein.
So hält sie sich am Leben fest, erlaubt es ihm nicht, aus ihren geschwächten, ermüdeten
Händen herauszugleiten. Aber die ganze Zeit über hatte sie ein Ziel vor Augen, hinter dem
ihre Genesung stand. Und dahinter die Rückkehr in das Leben anstelle des Dahinvegetierens,
mit dem sie sich jetzt zufriedengeben muss. Dabei ist sie doch erst 30 Jahre jung... Vor
sechs Jahren ist sie aus Saratov nach Moskau umgezogen. Ohne jegliche Hilfe von außen hat
sie es geschafft, sich hier ein erfolgreiches und glückliches Leben aufzubauen. Es ist der
segensreiche Zeitpunkt eingetreten, um eine eigene Familie zu gründen und Kinder zu
bekommen.
All das ist unter dem Gewicht der erbarmungslosen Krankheit zusammengestürzt. Es gab die
Hoffnung auf mich, auf mein Knochenmark. Die Wahrscheinlichkeit lag bei 1 zu 4. Nicht
wenig? Für uns hat das nicht ausgereicht. Nun haben wir nur noch eine Chance von vielen
Tausend, dass sich gerade der Mensch findet, der das passende Knochenmark in sich trägt
und der Olga und uns helfen wird. Dieser Mensch ist bereit, sein Blut ohne Entgelt zur
Verfügung zu stellen. Aber die Suche nach diesem Menschen ist ein mühseliger,
aufwändiger und teurer Prozess. Deshalb wende ich mich an Sie. Wenn Sie die Möglichkeit
haben, einem Menschen zu helfen, seine einzige Chance auf eine Rettung zu finden, tun Sie
dies. Bitte.
Igor Drovalev
Anschrift:
199151, St. Petersburg
Malyj prospekt V.O., d. 24, kv. 13
Telefon:
+7 (812) 328-3229 (Festnetz)
+7 (921) 786-1973 (Mobil)
Nachricht vom 29.12.06.
Werte Freunde!
Heute, kurz vor den Neujahrs- und Weihnachtsfeiertagen, wende ich mich an Sie mit
Glückwünschen.
Ich gratuliere Sie zu den bevorstehenden Feiertagen! Möge das Neue Jahr Ihnen Glück und
Freude bringen. Möge ein Schutzengel Sie beschützen. Ich wünsche Ihnen und Ihren Liebsten
Gesundheit!
Ich möchte mich auch von tiefstem Herzen für die Hilfe und die Anteilnahme bedanken, die mir
in schwierigen Momenten meines Lebens zuteil geworden sind. Es ist schwer zu beschreiben, wie
schön es für mich war zu erfahren, dass es Menschen gibt, die bereit sind, mich zu
unterstützen. Diese Anteilnahme wiegt umso mehr, wenn man bedenkt, dass Sie mich gar nicht
kennen.
Vielen Dank dafür, dass es Sie gibt! Ihre Unterstützung und die Hilfe meiner Familie und
Freunde helfen mir im Kampf gegen diese schwere Erkrankung.
Glückwunsch zum Neuen Jahr an uns alle!
Und möge das Neue Jahr besser werden als das alte!
Mit Hochachtung und aufrichtiger Dankbarkeit,
Olga Veselkova
Nachricht vom 03.02.07.
Ein Knochenmarkspender wurde für Olga gefunden! Nun müssen die Schulden für die Donorsuche
sowie der Transport des Transplantats bezahlt werden.
Nachricht vom 25.03.07.
Der Russische Hilfsfonds hat die Donorsuche für Olga bezahlt. Vielen Dank!
Nachricht vom 07.04.07.
Nach einer Konsultation mit den Ärzten am Klinikum für Knochenmarktransplantationen hat sich
Olga entschieden, die Operation auf unbestimmte Zeit zu vertagen. Die Donorsuche wurde
"eingefroren".
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Bitte denken Sie unbedingt daran, uns über Ihre Spende zu informieren. Wir müssen uns
vergewissern, dass jede Spende direkt beim Empfänger ankommt.